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20

Oktober

Beziehungen beginnen mit dem ersten verliebten Blick. Meist glaubt man den geliebten Menschen zu kennen und schmiedet Pläne. Jeder hat Erwartungen und Wünsche, die auch kommuniziert werden sollen.

Achte auf eine wertschätzende, respektvolle und offene Gesprächs- und Streitkultur:

.)  Zeit nehmen für Gespräche –  nicht zwischen Tür und Angel streiten oder diskutieren

.)  verbale sowie körperliche Verletzungen sind tabu

Ich war ein Mädchen von 24 Jahren, unerfahren und bin gut behütet aufgewachsen – vor etwa 30 Jahren…

Meinen eigenen Erfahrungen nach zu urteilen, war ich in dieser Situation blauäugig, naiv und demütig. Ich konnte die Anzeichen nicht erkennen oder wollte diese nicht wahr haben. Ich war stur, uneinsichtig und wollte nicht auf mein Umfeld hören.

Als ich damals die Realität erkannt und erfasst hatte, war ich bereits gefangen. Meine Einstellung war sehr traditionell und konservativ – Heirat und Ehe war für mich unantastbar. Da musste ich durch und es wird sich schon was ändern – also, er wird sich schon ändern. Ich ließ körperliche und seelische Angriffe und Verletzungen zu und nahm es hin – so gehört es sich für eine brave Ehefrau. Ha, ha, ha…

Ja, heute klingt es lächerlich, vor über dreißig Jahren war das mein voller Ernst und ich wich lange nicht davon ab.

Rechte und Pflichten hinterfragen und informieren

Damals gab es auch keine Gesetze diesbezüglich. Missbrauch in der Ehe wurde nicht öffentlich gemacht und nicht geahndet. Ja, man wusste, dass es das gibt, aber da kann man halt nichts machen…

Übergriffe nicht zulassen und sofort reagieren und agieren

Für die Dauer von über einem Jahr wurden die Übergriffe zur Gewohnheit (Schläge, Demütigungen und Vergewaltigungen) und gehörten zu meinem Alltag – nach Arbeit, Einkaufen und Haushalt.

Ich hatte Angst nach Hause zu kommen. Ich musste ja, es war mein Zuhause.

Damals dachte ich, mein Leben sei vorbei und dass es so sein müsse. Also, ich weiß, wie sich Menschen fühlen, die sich in solch einer Situation befinden. Ich habe funktioniert und habe versucht zu überleben.

Hilfe und Unterstützung suchen, einfordern und zulassen

Wichtig ist eine Person des Vertrauens zu haben um Halt und Abgrenzung zu erkennen.

Aus Scham erzählte ich niemanden von diesem Martyrium, obwohl es Fragen gab seitens Arbeitskollegen und Familie.

Meine Erleuchtung erlebte ich während einer Messerattacke gegen mich. Zum Glück konnte ich irgendwie entkommen. Damals schritt die Polizei nicht ein – es gab ja keine Gesetze dagegen.

Ich habe meine Eltern um Hilfe gebeten. Ich danke meinen Eltern noch heute dafür, dass sie mich unterstützt haben. Sie sahen mein Leid und meinen Kummer. Ich konnte endlich aussprechen, wie es um mich steht. Mein Vater übernahm die Sache und schmiss ihn hochkantig aus meiner Wohnung.

Ich bin diplomierte Lebens- und Sozialberaterin, sowie ausgebildete Paare- und Sexualberaterin. Ich biete Unterstützung und einen Platz zum Ausreden um passende Lösungen zu finden. Es gibt immer eine Lösung.

Lass dich nicht zu Dingen überreden von denen du nicht überzeugt bist

Zum Glück ließ ich mich von seinen darauffolgenden Entschuldigungen und Beteuerungen nicht beeinflussen und reichte die Scheidung ein, was damals nicht einfach war, als Frau.

Mut zu sich selbst haben

Ich hatte das Glück, dass ich mich irgendwie befreien konnte und den Mut fasste, meine Eltern um Hilfe zu bitten. Dieser Erfahrung gab mir wieder Halt und Zuversicht für mein weiteres Leben. Ich begann, nach der Phase des Schocks, ein neues Leben. Mein Vertrauen zum anderen Geschlecht, ja, auch zu fremden Personen, musste ich erst neu aufbauen und für mich einen Weg finden, damit umzugehen.

Wenn sich eine Situation nicht richtig anfühlt, stehe zu dir selbst und ändere es („love it, change it or leave it“   –   „liebe es, ändere es oder verlasse es“).

Es gibt immer eine Lösung. Fasse den Mut, erkenne deinen Wert und mache den ersten Schritt  – nur du alleine kannst es verändern.

Formen von Gewalt in Beziehungen

Körperliche und physische Gewalt – unmittelbare Handlungen gerichtet auf den Körper bzw. deren Androhung

Psychische oder seelische Gewalt – seelisches Quälen, emotionale Erpressung, Vorenthaltung von Zuwendung und Vertrauen

Sexuelle Gewalt – Schädigung und Verletzung durch Erzwingen intimer Kontakte (Nötigung, Missbrauch)

Ökonomische Gewalt – Zwang zur Arbeit, alleinige Bestimmung über finanzielle Ressourcen  

Tipps gegen Stalking

  • Machen Sie dem Täter nur ein einziges Mal klar, dass Sie keinen weiteren Kontakt mehr zu ihm wollen. Ignorieren Sie dann die Person konsequent.
  • Geben Sie auf keinen Fall den Kontaktversuchen des Täters nach. Glauben Sie seinen Versprechungen und Beteuerungen nicht, dass nach einem Treffen (oder anderen Kontakten) die Belästigungen aufhören werden.
  • Heben Sie schriftliche Beweismittel, zum Beispiel SMS/E-Mails, auf und dokumentieren Sie die Art der Belästigungen. Dies ist wichtig, sollten Sie rechtliche Schritte setzen wollen.
  • Informieren Sie Ihr privates und berufliches Umfeld, dem Sie vertrauen, dass Sie „gestalkt“ werden. Dadurch können Sie verhindern, dass der Stalker über andere Personen Informationen über Sie erhält.
  • Nehmen Sie keine Pakete oder Geschenke vom Täter oder Sendungen mit unbekanntem Absender an. Wenn möglich, schicken Sie diese ungeöffnet an den Absender zurück.
  • Bei Telefonterror informieren Sie sich bei Ihrer Telefongesellschaft über die technischen Möglichkeiten, sich zu schützen, zum Beispiel eine Geheimnummer. Bei massiver Belästigung ist es möglich, eine kostenpflichtige Fangschaltung zu beantragen.

 Hilfe und Beratung

Pro-me, Edeltraud Schöffmann www.pro-me.at

   Telefon: +43 (0) 650 5429786

   E- Mail: edeltraud@pro-me.at

 In akuten Gefahrensituationen rufen Sie die Polizei unter 133

Männerberatung

°   Telefon: +43(0)1 6032828 oder E- Mail: info@maenner.at

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